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Entries in Karibik (2)

Saturday
Oct172009

Your own caribbean island for a day

Die eigene Insel für einen Tag gibts schon ab 100EUR pro Wochenende. Das sind 60EUR für den Flug mit AirPanama von Panama Stadt und etwa 20EUR pro Nacht in einem Hotel wie Corbiski. Wo? In San Blas, Panama. Kuna Yala nennen Sie die Gegend, die noch hochoffiziell von den eingeborenen Kunas regiert wird. Nur ihnen ist es gestattet dort Häuser zu errichten und Geschäfte zu betreiben. Ihre Heimat ist der nord-östliche Atlantik-Küstenstreifen Panama's mit 365 kleinen Inseln. Ein karibisches Paradies für jeden Tag im Jahr.

Nach kurzem Flug über die dichten Regenwälder Panamas setzt die kleine Twinotter mit kaum 20 Personen an Board zur Wasserlandung an. Scheinbar. In letzter Sekunde taucht Asphalt unter den Rädern auf und nach einer gefühlten Vollbremsung dreht die Maschine 10m vor Ende der Landebahn zur Flughafenhütte um. Da war die Insel nämlich auch schon wieder zu Ende. $2 Touristengebühr verlangen die Eingeborenen. Der Hotel-Transfer erfolgt standesgemäß im kleinen, motorisierten Holzboot.

Nun, der Begriff "Hotel" ist vielleicht ein wenig hochgegriffen. Nennen wir es eher "spartanischer Wind- und Regenschutz mit Bett". Die Sanitäreinrichtungen definieren wir entsprechend mit "Loch über Wasser mit Sichtschutz und Gezeitenspülung". Auch fliessend Wasser hat sich seinen Weg noch nicht in diesen Winkel der Welt gebahnt. Geduscht wird mit Schüssel aus dem Regenwasserfass. Zähneputzen in der Morgendämmerung am Strand hat seinen ganz eigenen Charme.

Gebucht wird mit Vollpension. Die Nahrung kommt frisch aus dem 10m entfernten Ozean. Das Menü schwimmt und kriecht quasi vorbei und bei "Stop", pickt der gewitzte Kuna dann die oder den gewünschte/n Hummer, Krebs, Riesen-Krabbe oder Fisch aus dem Wasser. Ein Fest für Seafoodliebhaber! Dazu gibt es Reisgemüse, Ei und Früchte aus der Region wie Papaya, Bananen oder Melonen. Trinkwasser kommt aus Flaschen und auf Wunsch gibt es Alkoholika aller Art von Bier bis zum hervoragenden panamenischen Rum.

Kaum angekommen gehts mit unserem Transport-Kuna Heronimus zurück aufs Wasser. 30 Minuten Holzbank später, wirft er uns mit Bier, Wasser und Schnorchelbrillen auf einer kleinen Insel ab. "Isla del perro". Die Hundeinsel. Tatsächlich gibt es dort einen Hund. Damit der nicht ganz alleine ist, haben die lieben Kunas noch zwei Hütten und eine Toilette dazugestellt.
So, der eigene Karibik-Traum. Weißer Sand, klares grün-blaues Wasser, Palmen, Meeresrauschen und jede Menge Sonne. Die nächsten Stunden sind dann geprägt von wiederholtem, Schnorcheln im warmen Wasser (Vor der Hundeinsel liegt ein atemberaubendes, korallen-bewachsenes Schiff), Bier trinken, Welt vergessen und hektischem Nachcremen mit Sonnenschutz. Oh, wie gern hätte ich Kitesurf-Equipment dabei gehabt...

Die Kunas selber sind alle sehr freundlich, halten aber eher Abstand zu den Touristen. Die meisten haben ein definitives Alkoholproblem und auch die Hohe Inzuchtrate ist auf dauer nicht gesund. Wir selber haben keine gesehen, aber es muss deswegen in San Blas recht viele Albinos geben, die entsprechend scheu und zurückgezogen leben.

San Blas ist "Seele baumeln lassen" in seiner pursten Form gemixt mit einer Prise Abenteuer. Mit einer Bande von Freunden und ein bisschen Kreativität lässt es sich dort bestimmt eine Woche sehr gut aushalten, aber so schön und unberührt es dort auch ist, so sehr schätzt man am Ende das Leben zurück in der Zivilisation.

Monday
May252009

Bananas Crossing

Wochenendurlaub in Costa-Rica! Es geht heute schon wieder zurück nach Panama und ich habe mich noch nicht einmal eingelebt. Hochseeangeln, Riff-Schnorcheln, Rafting, die Chocolate Tour, Dschungelexkursionen durch den schönsten Naturschutzpark Costa-Ricas oder einfach nur Hotel-/Strandurlaub. Zuviel für ein Wochenende. Nichtmal mehr als Strand-Urlaub haben wir geschafft.

Eines hat Cuahita, die kleine Stadt in die es uns verschlagen hat, jedoch schon am ersten Tag geschafft. Sie ist auf Anhieb sympathisch. Die Einheimischen sind wahnsinnig freundlich, grösstenteils jamaikanischer Herkunft, können deswegen auch alle Englisch und sind das mit Abstand relaxteste Volk dem ich bisher begegnet bin: Eigentlich ständig bekifft, mit dem Fahrrad noch langsamer unterwegs als wir zu Fuss und wenn sie grüßen, muss man schon sehr genau hinhören um zwischen den beiden üblichen Grußformeln "Buena" und "Mariuhana?" unterscheiden zu können.

Die Hotel- und Restaurantbesitzer hier sind meist, kanadisch, amerikanisch oder deutsch. Beeindruckt haben mich die Kinder, die hier dreisprachig aufwachsen. Mit den Eltern wird Englisch geredet, mit dem Nachbarssohn Deutsch und mit dem angestellten Personal Spanisch. Da fühlt man sich sprachlich schon von 6 jährigen ausgestochen...

Phototechnisch kann man sich hier wunderbar austoben! Die Natur zwingt einem hier geradezu die buntesten Farben und schönsten Motive auf. Da bin ich doch mehr als dankbar, dass ich vor meiner Abreise in Deutschland noch Markus sein 55-200mm Objektiv abkaufen durfte. Ich glaube ohne das, wären hier einige Bilder etwas langweiliger ausgefallen.

Gleich geht's dann mit dem Bus über die meistens vorhandene Straße zur Grenze, von dort mit dem Taxi zum Flughafen und mit der kleinen süßen Prop zurück nach Panama-City. Ich glaube, es war das erste Mal für mich, dass ich eine Zeitzone zu Fuss gewechselt habe. Das ist nicht gerade unerheblich! Der Zeitwechsel hat auf jeden Fall Auswirkungen! An der Brücke über den Grenzfluss hat die Zeit nämlich schon ganz schön genagt. Der Zustand ist mehr als fürchterlich. Ich war doch ein wenig baff, nachdem mir schon ein wenig mulmig war über die Holzplankenkonstruktion zu gehen, nach mir vollbeladene Bananen-Trucks durch die Zeit reisen zu sehen...