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Saturday
30May

Ankunftsgedanken...

Langsam rollen wir an den Vorplatz heran. Dann ein Stopp und die Durchsage, dass unser Gate noch nicht frei ist. Durch den Flieger geht nach 4 Stunden Flugzeit und einer ausgedehnten 3-fach Landung ein Gruppen-Seufzer. Die Landungsangst von den Schultern genommen, fangen die ersten Leute an mit ihrem Sitznachbarn zu reden. Diesem hat man vorher höchstens ein perfekt getimetes "Excuse me, I would like to go to the restroom, please." in die Tiefschlafphase genuschelt, jedoch ist er jetzt gerade gut genug um der Erleichterung durch die Ankunft Luft zu machen. Steht der Nachbar bei der Einwanderung nachher jedoch weiter vorne in der Schlange, wirft der gemeine Passagier wieder nur böse Blicke.

Ich schaue aus dem Fenster. Es ist Dunkel in Panama. Man sieht nur einige bunte Lichter, die die Form der Landebahn andeuten. Das Flugzeug beginnt leicht zu vibrieren als die Landebahn etwas heller wird und Sekunden später hinter uns eine hellblaue 747 der KLM ihren Weg in den Himmel antritt. Ich schaue ihr lange nach. Für mich als gebürtiger Niederrheiner ein gutes Gefühl. Wieder knapp 500 Holländer weniger...

Monday
25May

Bananas Crossing

Wochenendurlaub in Costa-Rica! Es geht heute schon wieder zurück nach Panama und ich habe mich noch nicht einmal eingelebt. Hochseeangeln, Riff-Schnorcheln, Rafting, die Chocolate Tour, Dschungelexkursionen durch den schönsten Naturschutzpark Costa-Ricas oder einfach nur Hotel-/Strandurlaub. Zuviel für ein Wochenende. Nichtmal mehr als Strand-Urlaub haben wir geschafft.

Eines hat Cuahita, die kleine Stadt in die es uns verschlagen hat, jedoch schon am ersten Tag geschafft. Sie ist auf Anhieb sympathisch. Die Einheimischen sind wahnsinnig freundlich, grösstenteils jamaikanischer Herkunft, können deswegen auch alle Englisch und sind das mit Abstand relaxteste Volk dem ich bisher begegnet bin: Eigentlich ständig bekifft, mit dem Fahrrad noch langsamer unterwegs als wir zu Fuss und wenn sie grüßen, muss man schon sehr genau hinhören um zwischen den beiden üblichen Grußformeln "Buena" und "Mariuhana?" unterscheiden zu können.

Die Hotel- und Restaurantbesitzer hier sind meist, kanadisch, amerikanisch oder deutsch. Beeindruckt haben mich die Kinder, die hier dreisprachig aufwachsen. Mit den Eltern wird Englisch geredet, mit dem Nachbarssohn Deutsch und mit dem angestellten Personal Spanisch. Da fühlt man sich sprachlich schon von 6 jährigen ausgestochen...

Phototechnisch kann man sich hier wunderbar austoben! Die Natur zwingt einem hier geradezu die buntesten Farben und schönsten Motive auf. Da bin ich doch mehr als dankbar, dass ich vor meiner Abreise in Deutschland noch Markus sein 55-200mm Objektiv abkaufen durfte. Ich glaube ohne das, wären hier einige Bilder etwas langweiliger ausgefallen.

Gleich geht's dann mit dem Bus über die meistens vorhandene Straße zur Grenze, von dort mit dem Taxi zum Flughafen und mit der kleinen süßen Prop zurück nach Panama-City. Ich glaube, es war das erste Mal für mich, dass ich eine Zeitzone zu Fuss gewechselt habe. Das ist nicht gerade unerheblich! Der Zeitwechsel hat auf jeden Fall Auswirkungen! An der Brücke über den Grenzfluss hat die Zeit nämlich schon ganz schön genagt. Der Zustand ist mehr als fürchterlich. Ich war doch ein wenig baff, nachdem mir schon ein wenig mulmig war über die Holzplankenkonstruktion zu gehen, nach mir vollbeladene Bananen-Trucks durch die Zeit reisen zu sehen...

Tuesday
12May

Versteht uns doch jemand? FDP gegen Internet-Sperren.

Aber mal ehrlich: Wusste das jemand von euch vorher? Ich musste per eMail bei der FDP anfragen, habe aber dann eine sehr kompetente Antwort von MdB Gisela Piltz bekommen:

Gerne können Sie Ihrem Schwager nachfolgende Antwort von Frau Piltz übermitteln. Ebenso könnten Sie auf den Beschluss des Landesparteitags in Bielefeld verweisen, wo sich die FDP NRW klar gegen Sperrungen ausgesprochen hat. Auch in der ersten Lesung des Gesetzes im Bundestag haben sich die Vertreter der FDP-Fraktion klar gegen das Gesetz ausgesprochen.

Dort heisst es (Waitz FDP):

Die Bundesregierung begeht hier einen Etikettenschwindel. Mit diesem Gesetz bekämpfen wir die Kinderpornografie nicht. Mit Ihrem Gesetzentwurf verhält es sich wie mit dem Scheinriesen von Michael Ende: Je genauer man hinschaut, desto kleiner wird er.

Und weiter:

Vielen Dank für Ihr Schreiben zu Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung der Kinderpornographie, zu dem ich gerne im Namen der FDP-Bundestagsfraktion Stellung nehme.

Kinderpornographie muss effektiv bekämpft werden. Kinderpornographie, bei der der Missbrauch von Kindern in Bild oder Film wiedergegeben wird, ist ein widerliches und schreckliches Verbrechen, denn der vorangegangene Missbrauch hinterlässt unheilbare Wunden an Seele und Körper der missbrauchten Kinder.

Notwendig ist die konsequente Verfolgung von Kindesmissbrauch und Kinderpornographie. Die Erfolge der Ermittlungsbehörden in Bund und Ländern in diesem Bereich müssen fortgesetzt werden. Insbesondere ist für ausreichende personelle und sächliche Mittel, gerade bei der IT-Ausstattung, bei Polizei und Staatsanwaltschaften, die richtigerweise sehr sensibel auf Anzeigen und Erkenntnisse in diesem Bereich reagieren, zu sorgen. Zudem muss die Prävention des Kindesmissbrauchs verbessert werden. Hier sind Eltern, Schulen, Kindergärten, Ärzte und Jugendämter ebenso gefordert wie die Gesellschaft insgesamt. Eine Kultur des Wegschauens darf es nicht geben, sondern jeder, der Hinweise auf Kindesmissbrauch hat, muss ermutigt werden, dies auch regelmäßig zur Anzeige zu bringen.

Den von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf zur Änderung des Telemediengesetzes, nach dem die Zugangsprovider dazu verpflichtet werden sollen, Internetseiten nach Vorgabe einer Sperrliste des Bundeskriminalamts durch Umleitung auf eine Stopp-Seite zu sperren, lehnt die FDP-Bundestagsfraktion ab.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Straftaten, die im oder mittels des Internets begangen werden, müssen konsequent verfolgt werden. Zugleich müssen sich staatliche Maßnahmen an den geltenden rechtsstaatlichen Vorgaben messen lassen.

Schon die Gesetzgebungskompetenz des Bundes im Bereich der Gefahrenabwehr bei der Verbreitung von Kinderpornographie ist zweifelhaft. Gefahrenabwehr obliegt den Ländern, die in diesem Bereich hervorragende Arbeit leisten. Auch die Regulierung von Medieninhalten liegt in der Zuständigkeit der Länder, wohingegen der Bund nur für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Telemedien zuständig ist. Insoweit stellt sich die Frage, ob der von der Bundesregierung eingebrachte Gesetzentwurf verfassungsgemäß ist.

Der Gesetzentwurf wirft darüber hinaus verfassungsrechtliche Fragen hinsichtlich der Verhältnismäßigkeit auf. Von den geplanten Sperrungen können auch legale Internetseiten erfasst sein, wie die Bundesregierung selbst darlegt. Daher muss sehr sorgfältig geprüft werden, ob die vorgeschlagene Maßnahme verhältnismäßig ist.

Betroffen von der Sperrung von Internetseiten sind die Telekommunikationsfreiheit, die Informations- und Meinungsfreiheit sowie die allgemeine Handlungsfreiheit. Selbstverständlich schützen die Grundrechte nicht rechtswidriges Verhalten. Das Verbreiten und das Sich-Beschaffen wie auch schon der Besitz von Kinderpornographie sind strafbar.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass mit den geplanten Sperrungen durch die Manipulation in den sog. Domain-Name-Servern (DNS), die dazu dienen, eine vom Nutzer eingegebene Internetadresse in die zugehörigen numerischen IP-Adressen aufzulösen, die gesperrten Seiten nach wie vor zugänglich sind, wenn z.B. ein anderer DNS verwendet oder aber die IP-Adresse direkt eingegeben wird. Wenngleich die Umgehbarkeit die Geeignetheit nicht grundsätzlich in Abrede stellt, muss jedoch bedacht werden, dass die Nutzung anderer DNS, z.B. einer Universität, gang und gäbe ist und so eine nicht unerhebliche Zahl der Nutzer gar nicht erfasst wird. Ebenfalls nicht erfasst werden sog. Peer-to-Peer-Netzwerke, da diese nicht in den Domain-Name-Servern verzeichnet sind. Insoweit wird ein für die Begehung von Straftaten im Bereich der Kinderpornographie wesentlicher Verbreitungsweg schon von vornherein nicht erfasst. Schließlich wechseln die Server nach Angabe des BKA häufig, teilweise nach nur wenigen Stunden. Sperrlisten, die binnen sechs Stunden wirksam werden müssen, verfehlen dann aber ihr Ziel.

Von der Bundesregierung wird vorgetragen, dass die Maßnahme aber deshalb erforderlich sei, weil ein strafrechtliches Vorgehen gegen die Betreiber ausländischer Server schwierig bis unmöglich sei. Nach Erkenntnissen aus anderen Ländern befindet sich die weit überwiegende Zahl der Server in den Vereinigten Staaten, die übrigen sogar vielfach in Europa. Hier ist Rechtshilfe regelmäßig möglich und auch Erfolg versprechend.

Die FDP-Bundestagsfraktion hat das Vorgehen der Bundesregierung kritisiert, die Provider durch Verträge mit dem BKA zu Sperrungen zu verpflichten, da Grundrechtseingriffe stets einer gesetzlichen Grundlage bedürfen. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung wird aber unter keinem Gesichtspunkt den Anforderungen an eine verfassungsmäßige Rechtsgrundlage gerecht. So fehlen in dem Gesetzentwurf Vorgaben für ein rechtsstaatliches Verfahren oder für klare Haftungsregelungen der Provider. Auch die Ausweitung der Befugnisse des BKA im Bereich der Gefahrenabwehr ist abzulehnen.

Die FDP-Bundestagsfraktion wird das nun anstehende parlamentarische Verfahren dazu nutzen, ihre Bedenken sachlich und kritisch vorzutragen, um eine ernsthafte Debatte anzustoßen. Es verbietet sich nach Ansicht der FDP-Bundestagsfraktion, das Thema in die eine oder andere Richtung zu instrumentalisieren.

Hört sich aufgeklärt und vernünftig an. Zu betonen sei auch, dass ich die Verweise in Digitalform erhalten habe. In Sachen Recherche hat da jemand seine Hausaufgaben gemacht, aber in meinen und den Augen anderer müsste die Oppositionsarbeit noch weiter gehen. Es ist Aufgabe der Opposition das Wahlvolk auch mit Medienpräsenz aufzuklären und seinen Standpunkt klar zu machen. Warum das hier nicht passiert, kann ich nur vermuten, aber es liegt nah: Keiner hat Lust von der Wildpresse als Pädophiler hingestellt zu werden.

Liebe FDP, liebe Frau Piltz: Jetzt ist der Zeitpunkt auf die Bugwelle aufzuspringen und der Kinderpornografie im Internet den wahren Krieg zu erklären! Es gilt: Ausschalten, nicht ausblenden! Wie wäre das als plakatives Wahlkampf-Thema? Oder vergrault man damit den potentiellen Koaliationspartner CDU? Sicher ist: Es gibt viele zehntausende, bestimmt sogar hundertausende Wähler da draußen, die eine Rückendeckung aus dem Bundestag mehr als begrüßen würden!

Aus dem Kreise der CDU dünstet es ja aktuell schon wieder schlechte Nachrichten für unsere Demokratie: Freunde der Kinderpornografie schlagen zurück.

Langsam fange ich bei der Suche nach Beweggründen für solche Aktionen zu verzweifeln. Mögliche Beweggründe, die mir einfallen:

  • Wolfgang S. auf der ewigen Suche nach menschenrechtlicher Evolution hat seine Marionette im Familienministerium und auch das passende Killer-Argument gefunden, endlich den elektronischen Überwachungsstaat durchzusetzen?
  • Uns Ursula hat sich das heikle Thema Kinderpornografie auf Basis im ersten Moment fürchterlich klingender Fakten aus den Fingern gesaugt und dick auf die Flaggen geschrieben. Passt perfekt, da man auch einfach nicht dagegen sein kann! Das ist genau die Wahlwerbung die man im Superwahljahr braucht! Wenn man sich wie die Mutter der Nation zu verkaufen weiss, ist das Gute-Absichten-Lächeln sogar dann der Weg zum Erfolg, wenn technische Kompetenz und sachliches Fundament fehlen?
  • Einmal losgetreten wäre der Rückschlag durch eine Petition aufmerksamer Bürger zu rufschädigend für die CDU und man fängt an sein Luftschloss namens "Internet-Sperre" mit neuen Luftmauern, wie dem zwielichtigen Deutsche Kinderhilfe e.V. und den durch die Guttenbergs gut verbundenen Verein Innocence in Danger zu sichern?

Nun, diese drei Hypothesen beinhalten irgendwie die Tatsache, dass die Befürworter des Gesetzentwurfes um die Zensurgefahren und die Unwirksamkeit der Sperren wissen. Vielleicht zu naiv zu denken irgendjemand wird doch Frau von der Laien mal eine der vielen hundert Internetseiten ausgedruckt haben, die klar und sachlich aufzeigen, dass hier mit Demagogie reine Symbolpolitik betrieben wird. Falls das überhaupt noch möglich ist... Ansonsten wären persönliche Profilierung und Terror-Paranoia in dieser Reihenfolge die einzigen Beweggründe, die ich mir vorstellen kann und ein wahres Armutszeugnis aller Beteiligten.

Zum Ende noch der Dank an alle, die sich so hingebungsvoll gegen die Internet-Sperren einsetzen. Dieses Gesetz kann und wird in Zukunft gravierende Auswirkungen haben von denen wir alle betroffen sein werden. Leistet weiter genau die Aufklärungs- und Überzeigungsarbeit zu der sich nicht einmal unsere Opposition wirklich traut!

 

Thursday
02Apr

"Oh, wie schön ist Panama"

"Oh, wie schön ist Panama" - Das ist in 100% aller Fälle das erste was Leuten zu Panama einfällt. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, Bär und Tiger geht´s gut und sie fühlen sich immer noch sehr wohl hier. Durfte wohl keine Fotos von den beiden machen. Seit dem Trubel um Ihren Film wollen die beiden Ihre Privatsphäre besser gewahrt wissen. Weit draussen wohnen die beiden jedenfalls nicht, soviel darf ich verraten, denn weiter als bis zum Kanal bin ich den gesamten letzten Monat nicht gekommen. Ich versuche das wichtigste von Panama mal zusammen zu fassen:

  • 32 Grad - Der übliche Wetterbericht. 90% verlässlich!
  • $3,50 - Für 300g wunderschönes Steak oder eine Flasche heimischen Rums oder ein überlänge Kinoticket oder 2 Packungen Marlboro oder 1/10 Prostituierte für eine Nacht mit Zimmer UND Farbfernseher!
  • 3 Millionen - Einwohner in einem Land so groß wie Bayern!
  • 300% mehr Apartments im Angebot als tatsächlich Bedarf da ist. Tendenz steigend. Hier schiessen die Hochhäuser ja geradezu aus dem Boden.
  • 3 Megabit - ist die zur Zeit schnellste verfügbare Internet-Verbindung. Einer der Gründe, warum wir mit unserem Startup nach Singapore ziehen werden.

Von dem was ich gesehen habe hat mich das Stadtviertel San Felipe am meisten begeistert. Hier reihen sich malerische Häuserruinen an idyllische, kleine Parks und wunderschön, renovierte Restaurants und Bars. Der perfekte Kontrast zu den hektischen Stadtvierteln wie Bella Vista und El-Cangrejo auf deren Skyline San Felipe einen sagenhaften Ausblick bietet. Das perfekte Ziel für einen Fotografie Urlaub. Wenn da doch nur mehr Zeit gewesen wäre...

Immerhin, an meinem letzten Tag sind Gwyn und ich noch ein wenig durch die Gegend gefahren, haben unser baldiges Panama-Büro zumindest von außen einmal inspiziert. Ich liebe das Rollerfahren hier in Panama-City! Das ist Krieg pur! Ampeln sind die Ausnahme, keine Kreisverkehre und die Straßen sind rappelvoll! Hupen, Drohanfahren, Räume dicht machen, Abkürzen und nochmal Hupen. Auf den Highways weiter außerhalb kann man dann schön die Nase in den angenehm warmen Fahrtwind halten und die Natur genießen. Nicht zu viel, sonst verschwindet man im nächst besten Schlagloch.

Nach einem Monat in unserer Männer-WG bin ich heilfroh die nächsten zwei Wochen mal wieder andere Gesichter zu sehen. Vorallem aber freue ich mich darauf wieder mit anderen Menschen reden zu können. Also zumindest ohne dass die mich verwirrt anschauen und "Que?" sagen. Ich habe zwar gefühlte 8000% an Spanischkenntnissen zugelegt, von garnichts ist aber auch das nicht wirklich viel. Immerhin haben wir es heute nach fast 3 Monaten Arbeit pünktlich geschafft unser erstes Produkt live zu schalten! Der perfekte Moment um mit zwei Wochen Abwechslung gefeiert zu werden! :)

Sunday
22Feb

Low aperture, but high contrast

25 Tage Methuen. Ich werde mir heute ein Fan T-Shirt von der Stadt kaufen. Soviel Ödnis muss doch belohnt werden! Was ich auf meinen wenigen Jogging-Trips durch die Gegend so gesehen habe, steht hier die Hälfte der Häuser leer und die andere Hälfte könnte meist etwas mehr Pflege vertragen. Die Frage warum Seb genau in diese Ecke Massechusetts gezogen ist, bleibt für mich weiterhin ungeklärt. Offiziell waren es die Immobilienpreise, die hier günstiger seien. Oh, warum nur...

Nun, ich darf ja nicht meckern. Man kann halt nicht alles haben und Seb sorgt sich doch sehr gut um mich. Ich muss nur "Hunger" sagen und Seb sitzt im Auto um mir feinste Nahrung aus den umliegenden mehr oder weniger internationalen Restaurants zu besorgen. In Chicago waren es 253 Restaurants, die an meine Adresse in Lincoln Park geliefert hätten, hier in Methuen sind es laut delivery.com zwei ... und beide Chinesisch. Da ist mir Sebs Service doch mehr als willkommen um den süßsauer Geschmack mal wieder aus Hals zu kriegen.

Leider ist Seb bei der Entwicklung unseres kleinen Webprojektes nicht so hörig. Meine meist sehr kreativen Lösungsansätze sind ihm doch recht häufig suspekt und die dadurch entstehenden jung gegen alt Diskussionen haben für mich bereits nach drei Wochen den Status "legendär". Ich bin gespannt was von unseren Februarergebnissen Gwyns Abnahmekontrolle nächste Woche standhält. Gwyn muss wohl noch um einiges autoritärer sein und ich sehe in Panama schon harte Zeiten auf mich und meinen Standpunkt zukommen. Ich hoffe die Diskussionen werden ähnlich bunt geschmückt mit schlechten Metaphern aufgrund fehlender Englisch Expertise. ;)

In zwei Tagen erwarten mich in Panama 32 Grad Celsius bei 80% Luftfeuchte. Na wenn das mal kein Kontrast zu den windigen minus 25 Grad in Chicago und dem Meter Schnee ist, mit dem mich Methuen begrüsst hat. Die nächste Hürde wird wohl die Sprache sein. Nachdem ich verweifelt 5 Minuten gebraucht habe unsere neue Adresse in Panama-Stadt richtig auszusprechen, habe ich gestern angefangen Spanisch zu lernen. Esta es la diversion... Gwyn hat gerade eine Mail geschrieben, dass es eine Spanisch-Schule 100m von unserem Apartment entfernt gibt und er überlegt einen Kurs für uns zu organisieren. :)

Zum Abschluss meines Methuen Aufenthaltes sind wir gestern doch tatsächlich nochmal vor die Tür gekommen und haben Boston kameratechnisch verunsichert. Das war für mich persönlich der Beweis, dass die Aussage "Jede Kamera ist nur so gut, wie das Glas, durch das sie schaut." leider völlig unstrittig ist. Ich hab nie zuvor schärfere Bilder gesehen, als die, die Seb gestern mit seinem neuen 24-70mm 2,8er gemacht hat... Die meisten seiner Fotos (hauptsächlich Texturen) hat er heute schon online zum Verkauf hochgeladen. Sobald diese genehmigt sind, twittere ich den Link mal.
So, jetzt muss ich zum Friseur..... ;)